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Sie spielen mit dem Gedanken, sich einen Kakadu zuzulegen? Dann sollten Sie einmal die folgenden Zeilen in Ruhe durchlesen...

Anschaffung

Kakadus sind teuer. Ein Kakadu kostet ab 800 Euro aufwärts. Da die Einzelhaltung nicht in Frage kommt, sollten Sie ein Paar kaufen. Kaufen Sie ein Paar von einem seriösen Züchter, haben Sie eher ca. 2.500 Euro für die Tiere zu veranschlagen.

Voliere/Käfig

Damit Sie den Tieren einen halbwegs erträglichen Lebensraum bieten können, benötigen Sie eine Außenvoliere. Zusätzlich brauchen Sie noch einen wirklich großen Käfig für eine kurzfristige Unterbringung, zum Beispiel zum Transport zum Tierarzt oder eine kurzzeitige Reparatur an der Voliere. Eine günstige Voliere kostet im Eigenbau immerhin auch noch ihre 1.000 Euro.

Spielzeug und Zubehör

Kakadus brauchen rege Abwechslung, auch und gerade in Bezug auf Spielzeug. Da es am meisten Spaß macht, den Dingen auf den Grund zu gehen (das heißt: mit dem Schnabel zu zerkleinern), lebt kein Spielzeug länger als nur einige Tage. Zerstörungsresistente Dinge werden Ihnen sehr schnell langweilig. Im Monat kommen ca. 50 Euro für neues Spielzeug schnell zusammen. Das macht 600 Euro jährlich. Bis Sie alles Zubehör wie Näpfe, Sitzstangen und andere Ausstattung zusammen haben sind weitere 400 Euro beisammen.

Der Tierarzt

Wird ihr Kakadu einmal krank, sind schnell mehr als 500 Euro ausgegeben, besonders wenn Sie zwei Tiere haben und der zweite natürlich ebenfalls zumindest untersucht, wenn nicht gar ebenfalls behandelt werden muß. Ist ihr Budget bereits durch die Anschaffung der Tiere und des Zubehörs ausgeschöpft, dann haben Sie nicht richtig kalkuliert. Nehmen Sie also einmal 500 Euro im Jahr für den Tierarzt an.

Ist Ihnen eigentlich bekannt, wo genau der nächste Tierarzt ist, der sich wirklich genau mit Kakadus auskennt? Wer übernimmt seine Vertretung, und wo ist das genau? Wie weit ist das entfernt? Kommen Sie im Notfall dort schnell genug hin?

Nahrung

Kakadus sind nicht geizig mit dem Futter — ein hoher Teil geht ungenutzt verloren. Körner und Gemüse müssen täglich frisch angeboten werden. Rechnen Sie mit ca. 300 Euro an Futterkosten im Jahr.

Eine abwechslungsreiche Kost versteht sich von selbst - aber Kakadus sind wählerisch. Und das was sie normalerweise mögen ist entweder auch im siebten Geschäft gerade eben aus, oder sie mögen es ausgerechnet seit heute nicht mehr.

Eingewöhnung und Bezugsperson

Bis sich die Tiere wirklich bei Ihnen wohlfühlen können Monate vergehen. Im einfachsten Fall werden Sie und Ihre Familie einfach nur gemieden - oder Sie bekommen kräftige Bisse ab. Und die sind wirklich extrem schmerzhaft.
Sie haben keinerlei Garantie, daß Ihre Kakadus Sie, Ihren Partner oder Ihre Kinder mögen, egal was Ihnen der Züchter oder Vorbesitzer da versprechen mag. Vögel in Einzelhaltung suchen sich meist nur eine einzige Bezugsperson aus. Die Wahl trifft der Vogel, und er läßt sich darin durch keinen Trick beeinflussen. Seine Bezugsperson verteidigt der Vogel dann auch — es kann passieren, dass der Vogel andere Familienmitglieder angreift, wenn sich diese Ihnen nähern!
Die Prägung auf einen Menschen ist jedoch nur eine Notlösung, die der einzelne Vogel mangels Vogelpartner wählt. Geben Sie ihm besser einen Partner seiner eigenen Art hinzu. Das liegt schon deshalb in Ihrem eigenen Interesse, weil Sie ansonsten keine ruhige Minute mehr haben - schließlich müssen Sie ihm ansonsten den tierischen Partner ersetzen, der andernfalls den ganzen Tag um ihn herum wäre.
Sie können eben so gut auch das Pech haben, dass der Vogel sich nicht in Sie, sondern in Ihren Partner verliebt — aber dieser mit Vögeln nichts anzufangen weiß. Oder wenn der Vogel dann Sie attackiert, wenn Sie sich Ihrem Partner nähern. Was dann?

Jungtiere

Sollten Sie ein Jungtier erwerben, erleben Sie nach ein paar Jahren eine Überraschung. Mit Eintritt der Geschlechtsreife ist es mit der Niedlichkeit vorbei, der Vogel entwickelt einen völlig eigenen, unter Umständen auch noch völlig anderen Charakter.
Die meisten Vögel, die von Ihren Besitzern mit der Begründung abgegeben werden, sie kämen mit dem Tier auf einmal nicht mehr klar, sind zwischen vier und sechs Jahre alt — kurz nach Eintritt der Geschlechtsreife.

Bisse

Erwachsene Kakadus sind berüchtigt für ihre plötzlichen, unvorhersehbaren Stimmungswechsel. Eben noch ließ er sich von Ihnen streicheln, eine Sekunde später müssen Sie eine heftig blutende Wunde versorgen - im besten Fall nur an der Hand oder am Arm, aber es gibt auch noch andere Körperteile... Auch wenn Sie die Bezugsperson sind, schützt Sie das nicht vor derartigen Verletzungen.
Die Vögel drücken ihre Zuneigung auch dadurch aus, daß sie Ihnen zärtlich Finger, Ohrläppchen oder die Nase beknabbern. Aber was für einen Kakadu noch zärtlich ist, kann selbst gestandenen Männern die Tränen in die Augen treiben.
Beim Spielen oder Schmusen kommt es manchmal einfach vor, daß der Vogel in seiner Begeisterung etwas zu weit geht. Dies ist keine Agressivität, aber deswegen nicht minder schmerzhaft. Oder der Vogel rutscht beim Herumturnen ab und versucht sich zu fangen. Dazu gebraucht er seine Krallen und seinen Schnabel - Werkzeuge, die ihm auf Bäumen beste Dienste leisten. Nur leider ist der Mensch nicht aus Holz.

Vögel sind schreckhaft. Gehen Sie unbedacht etwas zu schnell auf ihn zu, oder kommt jemand anderes unerwartet und plötzlich ins Zimmer, kann das bereits einen heftigen Biß zur Folge haben — bei Ihnen, weil Sie eben gerade in Reichweite sind.
Und wenn er sie noch so liebt - ab und zu reißt es den Vogel auch einfach, einmal wieder diese lustige und geräuschvolle Reaktion an Ihnen hervorzurufen... Oder der Vogel muß einfach mal wieder austesten, wer nun der Boss ist. Wer schreit und flüchtet, hat verloren! Auch wenn Sie meist nur blaue Flecke und Blutergüsse davontragen werden — es kann auch ganz schnell mal eine üble Wunde geben!

Geräuschpegel

Ein Kakadu ist wirklich laut, seine Schreie können über hunderte von Metern noch gehört werden. Ihre Nachbarschaft ist oftmals nur durch eine Wand von Ihnen getrennt... Da er Sie über alles liebt, möchte er jede Minute mit Ihnen verbringen. Und sofern Sie nicht gerade in seiner Voliere leben, ist die Zeit die Sie ihm widmen einfach immer zu kurz. Sobald Sie daher in Reichweite sind, wird er Sie so lange rufen bis Sie sich endlich wieder mit ihm beschäftigen.
Hiervon mag er bereits nach zehn Minuten genug gehabt haben - oder erst nach mehreren Stunden. In der Regel haben Sie wieder etwas anderes zu tun, bevor es ihm (erst mal wieder) genug ist.

Platzbedarf

Insbesondere in der Wohnungshaltung benötigen Kakadus regelmäßig Freiflug. Ist er erst mal draußen, will er so schnell nicht wieder zurück in die Voliere. Und ist er erst mal draußen, wird er Ihre Wohnung immer weiter erkunden und in Besitz nehmen — das ist schließlich nun sein Revier.
Das Erkunden vollzieht der Kakadu mit dem, was uns die Hände sind — seinem Schnabel. Wir müssen Dinge "be-greifen" — Vögel tun das mit ihrem Multifunktionswerkzeug, dem Schnabel. Für einen Kakadu ist alles um ihn herum einfach seine Umwelt. Er unterscheidet nicht zwischen Deko-Elementen und Bauholz. Er will bei allem herausfinden, wie man es zerlegen kann. Sie werden Bekannte und Freunde verlieren, denen es bei Ihnen nicht mehr gefällt, nachdem sie in Vogelkot gefaßt oder gesessen haben oder auf einer Handvoll Vogelfutter ausgerutscht sind. Ihre Wohnung wird nie wieder sein wie vorher. Und Ihr Bekanntenkreis auch nicht.

Zeitaufwand

Für die Grundversorgung der Vögel (Reinigung, Futter bereiten etc.) können Sie pro Tag getrost eine Stunde ansetzen. Einmal in der Woche etwas mehr, weil immer noch irgendetwas ist.

Lebenserwartung

Kakadus erreichen ein Alter von ca. 70 Jahren — wie alt sind Sie gerade? Was passiert mit Ihren Vögeln, wenn Sie einmal erkranken oder einen Unfall haben sollten - nicht zu reden davon, daß Sie vermutlich vor Ihren Lieblingen sterben werden?

Urlaub

Welche kundigen Personen können Sie nennen, die Ihre Vögel betreuen können, wenn Sie verreisen? Werden diese Personen auch von Ihren Vögeln akzeptiert? Sind sie kundig genug, um im Notfall einen Vogel schnell zum Tierarzt bringen zu können? Und, vor allem: Sind diese Personen auch wirklich verfügbar, wenn Sie sie brauchen?
Vergessen Sie die Worte "Urlaub" und "Verreisen" einfach. Das erspart Enttäuschungen.

Gesundheit

Ist jemand in Ihrer Familie allergisch gegen Staub oder Vogelfedern, oder hat jemand bereits eine andere Allergie? Vor der Anschaffung eines Vogels sollte jedes Mitglied einen Allergietest machen. Doch selbst das schützt nicht davor, daß sich eine Allergie erst nach Monaten oder Jahren einstellt. Wohin dann mit den Vögeln — wieder weggeben, nachdem diese sich gerade an Sie gewöhnt haben?
Auch Ihre Vögel sind bedroht. Die Luftfeuchtigkeit in der Wohnungshaltung ist in aller Regel viel zu niedrig. Es besteht eine große Gefahr, daß die Vögel sich eine Lungenkrankheit zuziehen, wenn nicht mit geeigneter Technik für eine ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit gesorgt wird. Diese werden Sie dann jedoch auf Dauer nicht mehr als angenehm für sich selbst empfinden.

Vorhandene Haustiere

Andere Haustiere wie Katzen oder Hunde können die Vögel permanent in Panik versetzen - oder auch nur mal gelegentlich. Das bedeutet in jedem Fall Streß für die Vögel — Dauerstreß, da sie diesen Tieren ja nicht entgehen können.
Der Jagdinstinkt kann auch bei der trägsten Katze oder dem bravsten Hund einmal durchbrechen. In der Regel wird der Vogel im Kampf unterliegen, aber auch die Katze oder der Hund kann einen ernsthaften Schaden davontragen.
Bereits vorhandene Tiere betrachten den Vogel als Eindringling in ihr Revier. Es kann zu Machtkämpfen kommen — oder die Katze verschwindet eines Tages auf Nimmerwiedersehen und sucht sich ein neues Zuhause.

Kinder

Kinder sind oft noch schlimmer als andere Haustiere. Sie versetzen die scheuen Vögel durch hektische Bewegungen und Herumtoben und -schreien in Panik. Die Wahrscheinlichkeit von Bissverletzungen erhöht sich bei Kindern ganz erheblich.
Aufgrund ihrer eigenwilligen Persönlichkeit sind Kakadus völlig ungeeignet als Schmusetiere für Kinder. Ganz schnell ist die Enttäuschung groß, wenn der herbeigesehnte Vogel sich nicht im mindesten für die Kinder interessiert, oder schlimmer noch, sich bedroht fühlt und beißt.
Sehr schnell wird so der Vogel kaum mehr beachtet, was dieser wiederum als Mangel an Kontakt empfindet. Ein Kind wird den enormen Pflegeaufwand erfahrungsgemäß auch sicher nicht länger als wenige Tage mit übernehmen wollen.
Es kommt nicht selten vor, daß (besonders kleinere) Kinder von Kakadus unvermittelt angegriffen werden, selbst wenn diese den Vogel weder durch Annäherungsversuche bedrängten noch sonstwie irgendetwas "falsch" machten. Es kann einfach ein Anfall von Eifersucht oder eine Revierabgrenzung die Ursache sein - die Folgen können in jedem Fall "ins Auge" gehen!
Auch Erwachsene sind dagegen nicht gefeit, aber Kinder - insbesondere kleinere - sind davon hoffnungslos überfordert und nicht in der Lage zu realiseren, was gerade vor sich geht und in welcher Gefahr sie sich befinden. Ist dann kein Erwachsener zugegen, der helfend eingreifen kann, kann das ernste bis übelste Folgen für das Kind haben.

Sprachtalent

Nur wenige Kakadus sprechen, und selbst dann kaum mehr als wenige Worte. Es gibt wesentlich sprachbegabtere Vögel als Kakadus. Eher werden Sie das Fliegen lernen, bevor Ihr Kakadu das Sprechen beherrscht.
Nun, wie steht es - sind Sie noch immer sicher, daß Sie sich einen Kakadu zulegen wollen? In diesem Fall folgen Sie bitte diesem Link - aber Vorsicht, diese Lektüre könnte Sie aus der Fassung bringen!