| Eingewöhnung und Bezugsperson |
| Bis sich die Tiere wirklich bei Ihnen wohlfühlen können Monate vergehen. Im einfachsten Fall werden Sie und Ihre Familie einfach nur gemieden - oder Sie bekommen kräftige Bisse ab. Und
die sind wirklich extrem schmerzhaft. |
| Sie haben keinerlei Garantie, daß Ihre Kakadus Sie, Ihren Partner oder Ihre Kinder mögen, egal was Ihnen der Züchter oder Vorbesitzer da versprechen mag. |
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Vögel in Einzelhaltung suchen sich meist nur eine einzige Bezugsperson aus. Die Wahl trifft der Vogel, und er läßt sich darin durch keinen Trick
beeinflussen. Seine Bezugsperson verteidigt der Vogel dann auch es kann passieren, daß der Vogel andere Familienmitglieder angreift, wenn sich diese Ihnen nähern! |
| Die Prägung auf einen Menschen ist jedoch nur eine Notlösung, die der einzelne Vogel mangels Vogelpartner wählt. Geben Sie ihm besser einen Partner seiner eigenen Art hinzu. Das liegt schon deshalb
in Ihrem eigenen Interesse, weil Sie ansonsten keine ruhige Minute mehr haben - schließlich müssen Sie ihm ansonsten den tierischen Partner ersetzen, der andernfalls den ganzen Tag um ihn herum wäre. |
| Sie können ebensogut auch das Pech haben, daß der Vogel sich nicht in Sie, sondern in Ihren Partner verliebt aber dieser mit Vögeln nichts anzufangen weiß. Oder
wenn der Vogel dann Sie attackiert, wenn Sie sich Ihrem Partner nähern. Was dann? |
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| Bisse |
| Erwachsene Kakadus sind berüchtigt für ihre plötzlichen, unvorhersehbaren Stimmungswechsel. Eben noch ließ er sich von Ihnen streicheln, eine Sekunde später müssen Sie eine heftig
blutende Wunde versorgen - im besten Fall nur an der Hand oder am Arm, aber es gibt auch noch andere Körperteile... Auch wenn Sie die Bezugsperson sind, schützt Sie das nicht vor derartigen Verletzungen. |
| Die Vögel drücken ihre Zuneigung auch dadurch aus, daß sie Ihnen zärtlich Finger, Ohrläppchen oder die Nase beknabbern. Aber was für einen Kakadu noch zärtlich ist, kann selbst
gestandenen Männern die Tränen in die Augen treiben. |
| Beim Spielen oder Schmusen kommt es manchmal einfach vor, daß der Vogel in seiner Begeisterung etwas zu weit geht. Dies ist keine Agressivität, aber deswegen nicht minder schmerzhaft. |
| Oder der Vogel rutscht beim Herumturnen ab und versucht sich zu fangen. Dazu gebraucht er seine Krallen und seinen Schnabel - Werkzeuge, die ihm auf Bäumen beste Dienste leisten. Nur leider ist der Mensch
nicht aus Holz. |
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| Platzbedarf |
| Insbesondere in der Wohnungshaltung benötigen Kakadus regelmäßig Freiflug. Ist er erst mal draußen, will er so schnell nicht wieder zurück in die Voliere. Und ist er erst mal
draußen, wird er Ihre Wohnung immer weiter erkunden und in Besitz nehmen das ist schließlich nun sein Revier. |
| Das Erkunden vollzieht der Kakadu mit dem, was uns die Hände sind seinem Schnabel. Wir müssen Dinge "be-greifen" Vögel tun das mit ihrem Multifunktionswerkzeug, dem Schnabel. |
| Für einen Kakadu ist alles um ihn herum einfach seine Umwelt. Er unterscheidet nicht zwischen Deko-Elementen und Bauholz. Er will bei allem herausfinden, wie man es zerlegen kann. |
| Sie werden Bekannte und Freunde verlieren, denen es bei Ihnen nicht mehr gefällt, nachdem sie in Vogelkot gefaßt oder gesessen haben oder auf einer Handvoll Vogelfutter ausgerutscht sind. |
| Ihre Wohnung wird nie wieder sein wie vorher. Und Ihr Bekanntenkreis auch nicht. |
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| Kinder |
| Kinder sind oft noch schlimmer als andere Haustiere. Sie versetzen die scheuen Vögel durch hektische Bewegungen und Herumtoben und -schreien in Panik. Die Wahrscheinlichkeit von Bißverletzungen
erhöht sich bei Kindern ganz erheblich. |
| Aufgrund ihrer eigenwilligen Persönlichkeit sind Kakadus völlig ungeeignet als Schmusetiere für Kinder. Ganz schnell ist die Enttäuschung groß, wenn der herbeigesehnte Vogel sich
nicht im mindesten für die Kinder interessiert, oder schlimmer noch, sich bedroht fühlt und beißt. |
| Sehr schnell wird so der Vogel kaum mehr beachtet, was dieser wiederum als Mangel an Kontakt empfindet. Ein Kind wird den enormen Pflegeaufwand erfahrungsgemäß auch sicher nicht länger als wenige
Tage mit übernehmen wollen. |
| Es kommt nicht selten vor, daß (besonders kleinere) Kinder von Kakadus unvermittelt angegriffen werden, selbst wenn diese den Vogel weder durch Annäherungsversuche bedrängten noch sonstwie
irgendetwas "falsch" machten. Es kann einfach ein Anfall von Eifersucht oder eine Revierabgrenzung die Ursache sein - die Folgen können in jedem Fall "ins Auge" gehen! |
| Auch Erwachsene sind dagegen nicht gefeit, aber Kinder - insbesondere kleinere - sind davon hoffnungslos überfordert und nicht in der Lage zu realiseren, was gerade vor sich geht und in welcher Gefahr sie sich
befinden. Ist dann kein Erwachsener zugegen, der helfend eingreifen kann, kann das ernste bis übelste Folgen für das Kind haben. |
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